Vom Verschwinden der Ausstellung , Prof. Moritz Küng, HfG/ ZKM Karlsruhe 2013
Mikro-Ausstellungsorte: Definition und Bespielung. Untersuchung der Beziehung von Ort, Medium und Werk.

Eine Vitrine wird zur Asservatenkammer ungelöster Fälle
Das praktische Seminar zum Thema Mikro-Ausstellungsorte befasst sich als Ausgangspunkt mit einem ausgewählten Ort.
Der „Ort“ ist eine gefundene Fotografie, die Betrachtung beinhaltet die Suche des auf ihr abgebildeten Ortes.

Zu kennen, was man sieht, verändert das Sehen. Informationen werden im Rahmen eigener Sehgewohnheiten verarbeit. Nicht zu erkennen, was man sieht, kann verwirrend sein und einen „tastenden Sehsinn“ erfordern.
Wegen der Unschärfe des analogen Abzugs wirkt das abgebildete Szenario fremd und vertraut zugleich und wird zunehmend rätselhaft, je mehr Details entdeckt und analysiert werden.

Die Suche verändert das Sehen. Die Kondition des Schauens birgt verschiedene Wahrheiten.

In Anlehnung an Rémy Zaugg („Das Kunstmuseum, das ich mir erträume oder der Ort des Werkes und des Menschen“) wird die Untersuchung der Fotografie selbst zum Betrachtungsgegenstand der Beziehung zwischen Ort, Medium und Werk.

Zugleich befasst sich die textliche Auseinandersetzung mit Aspekten von Martin Crimps „Attempts on Her Life“.  In dem Theaterstück bilden Mutmaßungen den Erzählstrang, auch findet sich in der Fotografie ein Hinweis zu dem Titel.

In seiner Methode und Sprache ähnelt die Analyse einer Detektivgeschichte, in welcher Indizien zusammengetragen und schließlich in einer kleinen Vitrine während der Sommerloch -Ausstellung (Juli 2013) ausgestellt werden.

Mit Unterstützung des ZKM, Dank an Stephan Wessels, Leiter Museumstechnik.